Die Fachausschüsse – ein zentrales Selbstverwaltungselement von Notgemeinschaft und DFG

Um ihrem Satzungsziel, „die Wissenschaft in all ihren Zweigen“ zu fördern, gerecht zu werden, setzte die Deutsche Forschungsgemeinschaft von Beginn an auf das Instrument der Fachausschüsse. Diese setzten sich aus Fachgutachtern zusammen, die ehrenamtlich aktiv waren und durch Wahl bestimmt wurden. Ihr Auftrag war, gleichermaßen wissenschaftliche Unabhängigkeit und wissenschaftliche Qualität des Förderhandelns zu gewährleisten.

Die Wissenschaftler, die in diesen Gremien tätig waren, galten als Experten ihres Faches. Sie nutzten diese Expertise, um die Qualität eingereichter Anträge zu bewerten und eine Förderung oder Ablehnung zu empfehlen. Die formale Entscheidung erfolgte dann durch den Hauptausschuss, nicht selten aber auch direkt durch den DFG-Präsidenten. Wurden die ersten Fachausschüsse 1920 noch „auf Grund von Vorschlägen der Akademien und des Verbandes Deutscher Hochschulen“ (Notgemeinschaft, 1922: 8) besetzt, erfolgte bereits im dritten Jahr der Gründung der Notgemeinschaft deren erste allgemeine Wahl. Im Tätigkeitsbericht der Notgemeinschaft wird hierzu Folgendes ausgeführt:

Quelle: Notgemeinschaft 1922: 8.

Das Mandat der Fachausschüsse beschreibt ein klar als „Anweisung“ überschriebenes Dokument wie folgt (Auszug):

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Quelle: Sonderdruck aus den „Mitteilungen des Verbandes der Deutschen Hochschulen“. II. Jahrgang 1922, Heft 12: 1-4 (Auszüge).

Die Mitglieder der Fachausschüsse wurden zunächst für zweijährige, ab 1928 für vierjährige Wahlperioden bestimmt – zumindest sah es so die Satzung vor. Tatsächlich herrschte in jenen Jahren aber noch ein sehr stark präsidial geprägtes System: Friedrich Schmidt-Ott setzte sich nicht nur oft über die Förderempfehlungen der Fachausschüsse hinweg. Er versäumte es auch schlicht, tatsächlich satzungsgemäß Wahlen durchzuführen: Weder 1924 noch 1926 noch 1928 wurde gewählt, mit der Folge, dass die Männer, die einmal ins Amt gekommen waren, dort größtenteils über viele Jahre blieben. Die letzte Wahl vor der Überführung in den Reichsforschungsrat (RFR) fand schließlich (verzögert) im Februar 1933 statt.

Mit der Neugründung der DFG im Jahr 1949 wurde das Fachausschuss-System wieder aufgegriffen. Um zu große Macht einzelner „Fachfürsten“ zu verhindern, wurde als wesentliche Neuerung eingeführt, dass grundsätzlich jedes Fach, unabhängig von seiner Größe, von mindestens zwei Personen zu betreuen war. Das System hatte bis Anfang der 2000-er Jahre Bestand, mit regelmäßigen, meist behutsamen Anpassungen des Fächerkatalogs. 2003 erfuhr das System dann eine umfassende Reform, die sich auch in einem Namenswechsel manifestierte: Aus Fachausschüssen wurden Fachkollegien (zu diesen und weiteren Aspekten der Entwicklung vgl. einen Artikel im DFG-Magazin).

Zu der in GEPRIS Historisch eingesetzten Fachsystematik

Das für GEPRIS Historisch zugrunde gelegte System der Fachausschüsse unterscheidet insgesamt 21 dieser Gremien. Jeder im System nachgewiesene Förderfall bis 1936 wurde in der Regel durch ein gewähltes Mitglied des erfassten Fachausschusses bewertet. Als 1937 der Reichsforschungsrat (RFR) den größten Teil der DFG-Geschäfte übernahm, verblieben nur noch wenige Förderentscheidungen bei der DFG-Geschäftsstelle beziehungsweise ihren Fachausschüssen, nämlich in Gebieten, „denen sich der Reichsforschungsrat nicht zuwendet, so der Auslandsdeutschen und Volksdeutschen Forschung, (und) der Forschung auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften“ (zitiert nach Zierold (1968), aus einem Schreiben des Bildungsministers Rust an DFG-Präsident Mentzel vom 21. 9. 1937, S.218). Über das Gros der Förderung wurde nun in sogenannten Fachsparten entschieden.

GEPRIS Historisch bietet die Möglichkeit, die etwa 50.000 nachgewiesenen Anträge nach Fächern zu filtern. Um für den gesamten Berichtszeitraum des Informationssystems eine einheitliche Fachsystematik nutzen zu können, wurde eine manuelle Nachklassifikation der in der RFR-Zeit in Fachsparten bearbeiteten Fälle vorgenommen. Das Gros der Anträge ab 1937 weist so die Besonderheit auf, dass sie sowohl Fachausschüssen wie auch Fachsparten zugeordnet sind.

Die Fächerstruktur der Fachausschüsse

Die in den 21 Fachausschüssen tätigen Wissenschaftler – bis zur letzten Wahl 1933 ausschließlich Männer – wurden jeweils für bestimmte Fächer gewählt. Der Zuschnitt der Fächer wurde mit jeder Wahl auf den Prüfstand gestellt, ein Prinzip, das auch heute noch in den Fachkollegien Bestand hat. Wurden in der Wahl 1922 noch 100 Fächer mit 107 Fachvertretern besetzt, so waren es 1932 bereits 116 Fächer mit 136 Gewählten. Die Zahl der Fachausschüsse blieb im gesamten Zeitraum stabil.

Für die Nutzung der Fachsystematik ist es hilfreich, die fachliche Zusammensetzung der Fachausschüsse zu kennen. Die folgende Tabelle gibt diese für den Stand 1932 wieder – einschließlich der Namen der Personen, die diese Fächer seinerzeit repräsentierten (per Klick auf einen Namen erreichen Sie die entsprechende Personensicht in GEPRIS Historisch, per Klick auf einen Fachausschuss die diesem zugeordneten Anträge). Deutlich wird so etwa, dass der Fachausschuss „Philosophie“ neben dem namensgebenden Fach auch die Psychologie und die Pädagogik umfasste. Oder dass die „Klassische Archäologie“ als Teilgebiet der „Alten und Orientalischen Philologie“ betrachtet wurde. Den Status einer Teildisziplin der „Wirtschaftswissenschaften“ nahm das Fach „Allg. Nationalökonomie unter bes. Berücksichtigung der Soziologie“ ein. Die „Astronomie“ war bis 1927 noch ein Unterfach der „Mathematik“ und wechselte dann in die „Physik“. Auch die „Geodäsie“ bildete im betrachteten Zeitraum ein Unterfach der „Mathematik“.

Und es findet sich auch das ein oder andere Beispiel für einen besonderen Zeitgeist – etwa in Form des Faches „Eingeborenensprachen“ als Teilgebiet der „Völkerkunde“. Das Fach hatte auch nach 1949 noch eine gewisse Zeit Bestand, es wurde erst mit der Wahl von 1959 aufgelöst und durch das Fach „Afrikanische, Indonesische und Südseesprachen“ abgelöst.

Tabelle 1: Zusammensetzung der Fachausschüsse der Notgemeinschaft (Stand: 1932)

Fachausschüsse Fächer Mitglieder
1a. Evangelische Theologie Altes Testament Prof. Dr. Volz (Tübingen)
Neues Testament Prof. Dr. von Dobschütz (Halle)
Kirchengeschichte Prof. Dr. Frhr. von Soden (Marburg)
(stv. Vorsitzender)
Systematische und praktische Theologie Prof. Dr. Deißmann (Berlin) (Vorsitzender)
1b. Katholische Theologie Altes Testament Prof. Dr. A. Schulz (Breslau)
Neues Testament Prof. Dr. Meinertz (Münster) (Vorsitzender)
Kirchengeschichte Prof. Dr. Bihlmeyer (Tübingen)
Systematische und praktische Theologie Prof. Dr. Eichmann (München) (stv. Vorsitzender)
2. Rechtswissenschaft Römisches und bürgerliches Recht Prof. Dr. Rabel (Berlin)
Deutsches und bürgerliches Recht, Handels- und Kirchenrecht Prof. Dr. A. Schultze (Leipzig)
Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht Prof. Dr. Triepel (Berlin) (Vorsitzender)
Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht Prof. Dr. Jacobi (Leipzig)
Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht Prof. Dr. Kaufmann (Berlin)
Straf- und Strafprozessrecht Prof. Dr. Hegler (Tübingen)
Wirtschafts- und Arbeitsrecht Prof. Dr. von Heck (Tübingen)
Zivilprozeßrecht, Internationales Privatrecht Prof. Dr. Mendelssohn-Bartholdy (Hamburg)
3. Wirtschaftswissenschaften Allgemeine Nationalökonomie, allgem. Sozialpolitik und Statistik Prof. Dr. Hesse (Breslau) (stv. Vorsitzender)
Allgem. Nationalökonomie unter besonderer Berücksichtigung der Soziologie Prof. Dr. Briefs (Berlin)
Agrar- und Siedlungswesen Prof. Dr. Sering (Berlin)
Gewerbe und gewerbliche Sozialpolitik Prof. Dr. Wiedenfeld (Leipzig) (Vorsitzender)
Handel und Verkehr Prof. Dr. Lotz (München)
Finanzwesen Prof. Dr. Gerloff (Frankfurt am Main)
Betriebswirtschaftslehre Prof. Dr. Walb (Köln)
4a. Theoretische Medizin Anatomie Prof. Dr. Kallius (Heidelberg)
Physiologie Prof. Dr. Trendelenburg (Berlin)
Pathologie Prof. Dr. M. B. Schmidt (Würzburg) (Vorsitzender)
Hygiene und Bakteriologie Prof. Dr. Uhlenhuth (Freiburg)
Pharmakologie Prof. Dr. Straub (München)
Physiologische Chemie Prof. Dr. Knoop (Tübingen)
4b. Praktische Medizin Innere Medizin Prof. Dr. von Krehl (Heidelberg) (Vorsitzender)
Chirurgie Prof. Dr. Sauerbruch (Berlin)
Augenheilkunde Prof. Dr. Krückmann (Berlin)
Geburtshilfe und Gynäkologie Prof. Dr. von Franqué (Bonn)
Nervenheilkunde und Psychiatrie Prof. Dr. Bonhoeffer (Berlin)
Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Prof. Dr. von Eicken (Berlin)
Kinderheilkunde Prof. Dr. Czerny (Berlin)
Dermatologie Prof. Dr. von Zumbusch (München)
Zahnheilkunde Prof. Dr. Schröder (Berlin)
5. Philosophie Allgemeine Philosophie Prof. Dr. Heinrich Maier (Berlin) (Vorsitzender)
Geschichte der Philosophie Prof. Dr. Baumgartner (Breslau)
Psychologie Prof. Dr. Koehler (Berlin)
Pädagogik Prof. Dr. Spranger (Berlin)
6. Alte und orientalische Philologie Griechisch Prof. Dr. Deubner (Berlin) (stv. Vorsitzender)
Lateinisch Prof. Dr. Stroux (München)
Klassische Archäologie Prof. Dr. Wolters (München)
Semitische Kultur Prof. Dr. Littmann (Tübingen) (Vorsitzender)
Assyrische Kultur Prof. Dr. Ehelolf (Berlin)
Ägyptische Kultur Prof. Dr. Ranke (Heidelberg)
Indische Kultur Prof. Dr. Lüders (Berlin)
Ostasiatische Kultur Prof. Dr. Franke (Berlin)
7. Neuere Philologie Germanische Philologie Prof. Dr. Edw. Schröder (Göttingen) (Vorsitzender)
Germanische Philologie Prof. Dr. Panzer (Heidelberg)
Neuere deutsche Literatur Prof. Dr. Petersen (Berlin)
Neuere deutsche Literatur Prof. Dr. Korff (Leipzig)
Englische Philologie Prof. Dr. Hoops (Heidelberg)
Englische Philologie Prof. Dr. Schücking (Leipzig)
Romanische Philologie Prof. Dr. Appel (Breslau)
Romanische Philologie unbesetzt
Slavische Philologie Prof. Dr. Max Vasmer (Berlin)
Allgemeine und vergleichende indogermanische Sprachwissenschaften Prof. Dr. Sommer (München)
8. Geschichte Alte Geschichte Prof. Dr. Gelzer (Frankfurt am Main)
Mittelalterliche Geschichte Prof. Dr. Brackmann (Berlin) (Vorsitzender)
Neuere Geschichte Prof. Dr. Brandenburg (Leipzig) (stv. Vorsitzender)
Neuere Geschichte Prof. Dr. K.A. von Müller (München)
Historische Hilfswissenschaften Prof. Dr. von Heckel (München)
9. Kunstwissenschaften Alte Kunstgeschichte Prof. D. Dr. Wiegand (Berlin) (Vorsitzender)
Mittlere und neuere Kunstgeschichte Prof. Dr. Jantzen (Frankfurt)
Mittlere und neuere Kunstgeschichte Museumsdir. Dr. Feulner (Frankfurt)
Musikwissenschaft Prof. Dr. Schering (Berlin)
10. Völkerkunde Anthropologie Prof. Dr. Eug. Fischer (Berlin)
Ethnographie Prof. Dr. Thilenius (Hamburg) (stv. Vorsitzender)
Prähistorie Prof. Dr. Schuchhardt (Berlin)
Volkskunde Prof. Dr. J. Meier (Freiburg)
Eingeborenensprachen Prof. Dr. Meinhof (Hamburg) (Vorsitzender)
11. Biologie Allgemeine Biologie Prof. Dr. Ruhland (Leipzig)
Allgemeine Biologie Prof. Dr. Hesse (Berlin) (Vorsitzender)
Botanik Prof. Dr. Diel (Berlin)
Zoologie Prof. Dr. zur Strassen (Frankfurt am Main)
Angewandte Botanik Prof. Dr. Appel (Berlin)
Angewandte Zoologie Prof. Dr. Escherich (München)
12a. Geologie und Mineralogie Mineralogie Prof. Dr. Linck (Jena) (Vorsitzender)
Petrographie Prof. Dr. Scheumann (Leipzig)
Geologie (bes. Tektonik und Stratigraphie) Prof. Dr. Stille (Berlin) (stv. Vorsitzender)
Geologie (allgemeine Geologie) Prof. Dr. Salomon-Calvi (Heidelberg)
Paläontologie Direktor Prof. Dr. Broili (München)
12b. Geographie Geographie Prof. Dr. von Drygalski (München) (Vorsitzender)
Morphologie und Länderkunde Prof. Dr. Krebs (Berlin) (stv. Vorsitzender)
Anthropogeographie einschl. Wirtschaftsgeographie Prof. Dr. Waibel (Bonn)
13. Chemie Anorganische einschl. analytische Chemie Prof. Dr. Stock (Karlsruhe) (Vorsitzender)
Organische Chemie (organ.-systematische) unbesetzt
Organische Chemie (organ.-physiologische) Prof. Dr. Windaus (Göttingen)
Technische Chemie Prof. Dr. Keppeler (Hannover)
Physikalische Chemie Prof. Dr. Bodenstein (Berlin) (stv. Vorsitzender)
Biochemie Prof. Dr. Neuberg (Berlin)
14. Physik Theoretische Physik Prof. Dr. von Laue (Berlin) (Vorsitzender)
Experimentelle Physik Prof. Dr. M. Wien (Jena)
Experimentelle Physik Prof. Dr. Mie (Freiburg)
Technische Physik Prof. Dr. Jonathan Zenneck (München)
Astrophysik Prof. Dr. Kohlschütter (Bonn)
Astronomie Prof. Dr. Schorr (Hamburg)
Physik des Erdkörpers und seiner Atmosphäre Prof. Dr. Schmauß (München) (stv. Vorsitzender)
15. Mathematik Reine Mathematik Prof. Dr. Bieberbach (Berlin) (Vorsitzender)
Reine Mathematik Prof. Dr. Carathéodory (München)
Reine Mathematik Prof. Dr. Hasse (Marburg)
Angewandte Mathematik Prof. Dr. Trefftz (Dresden)
Geodäsie Prof. Dr. Finsterwalder (München) (stv. Vorsitzender)
16. Bauingenieurwesen Wasserbau, See- und Hafenbau Prof. Dr. F.W.O. Schulze (Danzig)
Eisenbahnbau, Vermessungskunde Prof. Dr. Pirath (Stuttgart)
Konstruktives Ingenieurwesen, Baustoffkunde u. -prüfung Prof. Dr. Spangenberg (München) (Vorsitzender)
Städt. Tiefbau und Straßenbau, Städtebau Prof. Dr. Brix (Berlin)
17. Hochbau und Achitektur Hochbau und Architektur Prof. Dr. Schumacher (Hamburg)
Hochbau und Architektur Prof. Dr. Bonatz (Stuttgart)
Hochbau und Architektur Prof. Dr. Poelzig (Berlin) (Vorsitzender)
18. Bergbau und Hüttenwesen Bergbau einschl. Bergrecht Prof. Dr. Schwemann (Aachen) (Vorsitzender)
Markscheidewesen Prof. Dr. Fuhrmann (Berlin)
Metallhüttenkunde einschl. Materialkunde und Verarbeitung der Metalle Prof. Dr. Schiffner (Freiberg) (stv. Vorsitzender)
Eisenhüttenkunde einschl. Materialkunde und Verarbeitung der Metalle Prof. Dr. Goerens (Essen, Krupp)
19. Maschinenbau Werkstoffkunde und -prüfung Prof. Dr. Körber (Düsseldorf)
Theoretische und angewandte Wärmetechnik Prof. Dr. Mollier (Dresden) (stv. Vorsitzender)
Theoretische und angewandte Strömungstechnik Prof. Dr. H. Föttinger (Berlin)
Allgemeine Maschinenkonstruktion und Getriebelehre Prof. Dr. Kutzbach (Dresden) (Vorsitzender)
Fördertechnik Prof. Dr. Benoit (Baden-Baden)
Herstellungstechnik und Betriebsorganisation Prof. Dr. Wallichs (Aachen)
20. Elektrotechnik Starkstromtechnik Prof. Dr. Görges (Dresden) (Vorsitzender)
Starkstromtechnik Prof. Dr. W.O. Schumann (München)
Schwachstromtechnik Prof. Dr. Barkhausen (Dresden)
21. Land- und Forstwirtschaft, Tierheilkunde
21a Landwirtschaft Betriebslehre Prof. Dr. Falke (Leipzig) (Vorsitzender)
Betriebsstatistik Prof. Dr. Sagawe (Kiel)
Pflanzenzüchtung Prof. Dr. Baur (Müncheberg)
Acker- und Pflanzenbau Prof. Dr. Berkner (Breslau)
Tierzucht Prof. Dr. Zorn (Breslau)
Tierernährung Prof. Dr. Frölich (Halle)
Bodenkunde und landwirtschaftliche Bakteriologie Prof. Dr. Blanck (Göttingen)
Landmaschinenwesen Prof. Dr. Martiny (Halle)
21b Forstwirtschaft Forstwirtschaft Prof. Dr. Münch (Tharandt)
Forstwirtschaft Prof. Dr. H. Weber (Freiburg)
21c Tierheilkunde Tiermedizin Prof. Dr. Vogel (München) (stv. Vorsitzender)
Tiermedizin Prof. Dr. Mießner (Hannover)
Tiermedizin Prof. Dr. Neumann-Kleinpaul (Berlin)

Quelle: Notgemeinschaft 1933: 104ff.

Frauen in Fachausschüssen

Apropos „Zeitgeist“: Auch nach der Neugründung der DFG 1949 wurde zunächst noch mit einer rein männlich zusammengesetzten Mitgliedschaft der Fachausschüsse gearbeitet, so auch im Jahr der zweiten Wahl (1951). 1955 wurde dann zum ersten Mal eine Frau gewählt und die Frankfurter Professorin Edith Heischkel-Artelt übernahm im Fachausschuss „Geschichte der Naturwissenschaften, der Medizin und der Technik“ zunächst das Fach „Geschichte der Biologie und der Medizin“ und mit der Wahl 1959 schließlich auch den Vorsitz des Fachausschusses. Sie folgte damit ihrem Ehemann, der dieses Amt bis 1954 innegehabt hatte.

Auch in den Folgejahren blieben Frauen als Fachausschuss-Mitglieder die große Ausnahme. Von 1959–1962 waren insgesamt drei Frauen im Amt ( Mathilde Hain, ebenfalls Frankfurt/M., für die Volkskunde und Margarete Woltner, Bonn, für die Slawistik), 1963 bis 1966 war wiederum nur Margarete Woltner aktiv und auch in den folgenden Wahlperioden blieb es bei jeweils zwei Frauen. Erst Mitte der 70-er Jahre sollte sich die Zahl mit zunächst sieben Frauen Wahl für Wahl erhöhen.

Literatur

Notgemeinschaft 1922: Bericht der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft über ihre Tätigkeit bis zum 31. März 1922, Berlin.

Notgemeinschaft 1933: Zwölfter Bericht der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft über ihre Tätigkeit vom 1. April 1932 bis zum 31. März 1933, Berlin.

Zierold, Kurt: Forschungsförderung in drei Epochen. Deutsche Forschungsgemeinschaft, Geschichte, Arbeitsweise, Kommentar, Wiesbaden 1968

  • Zuletzt aktualisiert: 19.01.2021 15:58
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